Hunde BARFen - Saisonales Gemüse und Obst für im Januar

Barf-Gut. - Geschrieben am 06.01.2020

Im Winter saisonal und regional zu füttern, ist gar nicht so einfach. Denn man kann es drehen und wenden, wie man will: Außer Kohl und Wurzelgemüsen ist nicht viel Auswahl vorhanden. 

 

Während man viele Wurzelgemüse gut für die tägliche Gemüseration beim BARFen verarbeiten kann, ist das beim Kohl  ein bißchen schwieriger. Denn Kohlgemüse verursachen oft Blähungen, auch bei Hunden. Schuld sind die Ballaststoffe, denn die sind im Kohl - ähnlich wie in Hülsenfrüchten - in relativ großen Mengen zu finden.

 

Nun sind Ballaststoffe natürlich nichts Schlechtes, denn genau deswegen nutzt man beim BARFen ja Gemüse und Obst. Ballaststoffe sorgen dafür, dass der Nahrungsbrei in der passenden Geschwindigkeit durch den Darm transportiert wird. Einige Ballaststoffarten sind in der Lage, Flüssigkeit, Toxine und Keime zu binden und auf diese aus dem Darm zu transportieren. Ballaststoffe sind weitestgehend unverdaulich. Im Dickdarm werden sie teilweise von den dort lebenden Bakterien zersetzt, deswegen spricht man auch von "Futter für die guten Darmbakterien". Aber: Auf diese Art und Weise entstehen auch Gase, vor allem, wenn sehr viele Ballaststoffe auf einmal im Dickdarm ankommen und / oder der Hund an bestimmte Ballaststoffmengen nicht gewöhnt ist.

 

Aber zurück zum Kohl: Es ist also durchaus richtig, wenn man sagt, dass Kohl eher schwer verdaulich ist. Im Kohl finden sich grössere Mengen eines Dreifachzuckers namens Raffinose, bei dessen Zersetzung im Dickdarm unter anderem auch Methan entsteht. Und das wiederum kann dann dazu führen, dass man neben dem Hund in einer Duftwolke sitzt, auf die man gerne verzichtet. 

 

Auf der anderen Seite hat Kohl einige Inhaltsstoffe, die gesundheitsförderlich sind. Senföle beispielsweise. Diese Pflanzenstoffe haben einen besonderen Bezug zum Immunsystem, sie wirken antibakteriell und antiviral. Viele Heilpflanzen, die als "natürliche Antibiotika" bekannt sind, sind auch reich an Senfölen. Außerdem sind viele Kohlsorten reich an Vitamin C. Im Humanbereich werden die Senföle auch immer wieder im Hinblick auf eine krebsvorsorgende Wirkung hin untersucht.

 

Das soll jetzt natürlich nicht bedeuten, dass Du Deinem Hund Unmengen an Kohl füttern solltest. Aber man kann einige Kohlsorten durchaus auch für Hunde nutzen. In kleinen Mengen, das ist wichtig. Nur bei Hunden mit einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt würde ich grundsätzlich darauf verzichten. 

 

Verdaulichkeit von Kohl erhöhen - Tipps und Tricks

 

Um die Verdaulichkeit zu erhöhen, kann man sich aber auch ein paar Tricks zu Nutze machen:

Am Einfachsten ist es, Kohl mit anderen, blähungswidrigen Gemüsesorten zu kombinieren. Auch hier gilt: Kohl sollte immer den kleinsten Teil der Gemüseration ausmachen. Wenn man dann Beispielsweise einen milden Kohl mit Gemüsefenchel oder mit sanften Bitterstoffen kombiniert (z.B. Löwenzahn, Endiviensalat oder Chicorée), dann kann man unerwünschten Blähungen vorbeugen. 

 

 

Einfrieren reduziert die Blähungsgefahr ebenfalls ein wenig, genauso wie fermentieren. Es besteht aber absolut keine Notwendigkeit, Kohl zu nutzen, wenn Dein Hund damit Probleme hat! Senföle sind beispielsweise auch in frischer Gartenkresse enthalten, die Du in jedem Supermarkt bekommst oder ganz leicht auf der Fensterbank selbst ziehen kannst. Auch andere Keimlinge sind Powerfood für Hunde - solange man peinlich genau darauf achtet, dass nichts schimmelt. 

 


Kohl nutzen zu können, ist manchmal einfach praktisch: Wenn man z.B. vom Kochen kleine Reste übrig hat, die man noch verwerten möchte. Orientiere Dich da immer an Deinem Hund: Schau, was ihm gut tut.