Wenn das Fell nicht glänzt und die Haut schuppt - Was kann helfen?

Barf-Gut. - Geschrieben am 24.11.2019

In der Zeit des Fellwechsels ist es relativ normal, dass das Fell ein bisschen gerupft aussieht und nicht so glänzt wie sonst. Aber was, wenn der Hund auch außerhalb der Fellwechselzeit Haut-und Fellprobleme hat? Wenn Dein Hund sich ständig juckt, Fell verliert, und die Haut immer wieder schuppt und das Fell fettig oder spröde aussieht?


Vorweg: Bei Haut- und Fellproblemen sollte man unter Umständen auch andere Ursachen abklären. Gerade wenn noch weitere Syptome dazu kommen, kann es sein, dass das Hauptproblem an anderer Stelle liegt. Hormonelle Umstellungen oder Erkrankungen beispielsweise können ebenfalls Einfluss auf die Haut nehmen oder zu Fellverlust (Alopezie) führen. Eine Abklärung durch einen Tierarzt ist dann unbedingt erforderlich.

Wenn aber keine anderen Erkrankungen und keine Parasiten die Ursache sind, dann gibt es einige Dinge, mit denen Du Dich näher beschäftigen solltest.

1. Qualität der Fütterung


Du bist, was Du isst - so abgenudelt der Satz ist, so wahr ist er auch. Denn wenn Nährstoffe in der Fütterung fehlen oder die Fütterung nicht ideal verwertbar ist, dann kann sich das auch am Zustand der Haut oder des Fells bermerkbar machen. Schließlich ist die Haut ein Entgiftungsorgan und alles, was über das Futter in den Körper gelangt, muss dort auch verarbeitet, umgesetzt und die Reste wieder ausgeschieden werden. Das geschieht über die Leber, den Kot - und eben auch über die Haut.

Enthält die Fütterung viel Bindegewebe oder überwiegend pflanzliches Protein, dann ist die Verwertbarkeit nicht ideal.

Und es muss mehr wieder ausgeschieden werden, d.h., die typischen Entgiftungsorgane (wie eben auch die Haut) haben mehr Arbeit.

Wenn also Haut-und Fellprobleme ein dauerhafter Begleiter sind, dann lohnt ein Blick auf die Futterzusammensetzung.

Was Du dabei beachten solltest:

  • ein hoher Anteil an gut verdaulichem Muskelfleisch

    Bei BARF sind es 50% des tierischen Anteils, bei Fertigfutter sollte der Anteil ähnlich hoch liegen

  • ein ausreichender Gehalt an tierischem Fett

    Bei BARF solltest Du 15% Fettgehalt beim Muskelfleisch nicht unterschreiten. Fertigfutter sollte so offen deklariert sein, dass Du weißt, welche Fettquellen genutzt worden sind. Nicht immer ist das nur tierisches Fett.

  • kein überflüssiges Bindegewebe in großen Mengen

    Solche Bindegewebe sind beispielsweise Pansen, Blättermagen, Lunge, Euter, Hoden etc. Sie haben wenig Nährwert und werden häufig als günstiges Füllmaterial genutzt. Das betrifft weniger selbst zusammen gestellte Rationen, aber bei Fertig-BARF und Fertigfutter kann das mitunter der Fall sein.


2. Omega-3-Fettsäuren für Hunde und Katzen


Von einem ausreichenden Gehalt an Omega-3-Fettsäuren können auch Fell und Haut profitieren. Denn ohne sie funktioniert der Zellstoffwechsel nicht oder nur unzureichend. Ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren lässt sich daher oft an Fell und Haut ablesen.

Das bedeutet: Es ist nicht nur entscheidend, dass überhaupt Omega-3-Fettsäuren im Hundefutter sind, sondern auch, welche und wie viel davon.

Denn Hunde und Katzen benötigen zwei bestimmte Omega-3-Fettsäuren: DHA und EPA. Diese können ohne Umwandlungsverluste optimal genutzt werden und kommen zum Beispiel in  Lachsöl, Fischöl oder Krillöl vor.

Wieviel EPA und DHA in einem Öl enthalten ist, hängt unter anderem von der Art der Herstellung ab (raffiniertes oder kaltgepresstes Öl) und der Herkunft (Fanggebiete, Wildfang oder Zucht).

Egal, ob BARF oder Fertigfutter: Ein erstklassiges, kaltgepresstes Lachs, Fisch- oder Krillöl solltest Du immer fest einplanen. Gerade dann, wenn sich Schuppen zeigen, der Fellwechsel sehr lange dauert oder das Fell stumpf aussieht.

Du kannst die genannten Öle ideal mit einem Omega-3-6-9-Öl ergänzen: Ölmischungen, in denen Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl mit Borretschöl oder Hanföl kombiniert sind. Warum das gut ist? Wegen der enthaltenen Linolsäure und alpha-Linolensäure, mehr dazu im nächsten Punkt.

DHN BARFERS 3-6-9-Öl

BARF-KULTUR Barf-Balance 3-6-9-Öl

3. Gamma-Linolensäure und Linolsäure


Es gibt noch mehr Fettsäuren, die die Haut und das Fell unterstützen können. Dazu zählen Linolsäure und gamma-Linolensäure. Beides sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die aber im Gegensatz zu EPA und DHA in pflanzlichen Ölen zu finden sind.

Linolsäure ist Bestandteil der Haut-Ceramide, die wiederum die natürlich Hautbarriere erhalten und die Haut vor Austrocknung schützen. Auch wenn Linolsäure bereits im Fleisch enthalten ist: Gerade bei Fertigfutter, in dem viel Getreide oder Hülsenfrüchte verarbeitet wurde, kann etwas (!) zusätzliche Linolsäure sinnvoll sein. Ein empfehlenswerter Lieferant ist beispielsweise Hanföl.

Zusätzlich solltest Du aber in jedem Fall ein Omega-3-reiches Öl füttern oder eine entsprechende Ölmischung.

Eine gute Quelle für Linolsäure sind außerdem Nüsse, die Du einfach 1-2 x pro Woche füttern kannst - egal, ob als Ergänzung zu BARF oder Fertigfutter.

Noch eine ungesättigte Fettsäure, die Haut und Fell unterstützen kann. Gamma-Linolensäure, eine eher seltene Fettsäure, die in Pflanzenölen zu finden ist. Vor allem Borretschöl und Nachtkerzenöl weisen einen hohen Gehalt auf. Gamma-Linolensäure wird für die Produktion von körpereigenen Stoffen herangezogen, die u.a. auch helfen, Entzündungen zu regulieren (Prostaglandine). Außerdem haben Prostaglandine Einfluss auf die Talgproduktion der Haut - der Grund dafür, dass gamma-Linolensäure auch zur Vorbeugung von trockener Haut und Juckreiz eingesetzt wird. (1,2)

Borretschöl

Nachtkerzenöl

Hanföl

4. Zink


Zink sollte man nicht einfach aufs Gratewohl zusätzlich mit in die Fütterung geben, wenn man nicht vorher schon den Zinkgehalt der Ration überprüft hat. Das gilt sowohl für Nassfutter, Trockenfutter als auch für BARF.

Aber Fakt ist, dass Zink eine wichtige Rolle im Stoffwechsel einnimmt, unter anderen im Zellstoffwechsel. Ist dieser gestört, kann das Auswirkungen auf die Haut haben. Gleichzeitig ist Zink notwendig für die Wundheilung.

Wenn also nicht ausreichend Zink im Futter vorhanden ist, kann das auch Auswirkungen auf Haut und Fell haben.

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5. Vitamin B


Auch B-Vitamine spielen in Stoffwechselprozessen eine wichtige Rolle. Einige B-Vitamine haben dabei einen besonders starken Bezug zu Haut und Fell: Beispielsweise Biotin oder Vitamin B3 (Niacin). B-Vitamine sind wasserlöslich, bis auf Vitamin B12 können sie kaum gespeichert werden. Was wiederum der Grund ist, warum B-Vitamine über das Futter aufgenommen werden müssen.

Eigentlich ist eine Fütterung, die ausreichend Fleisch und Innereien enthält, auch Vitamin-B-reich. Das sollte bei Hunden und Katzen so sein und wenn man hauptsächlich barft, dann ist das auf ganz natürlichem Wege zu. Bei Trockenfutter ergänzen die Hersteller B-Vitamine wegen des oft recht hohen Anteils an pflanzlichen Kohlenhydraten manchmal zusätzlich.

Aber der Haken kann auch an anderer Stelle liegen: In Zeiten von verstärkter Zellerneuerung, wie dies beim Fellwechsel der Fall ist, steigt der Bedarf an B-Vitaminen. Das gilt auch für Stress - Situationen

Und dann gibt es auch noch Erkrankungen, die es notwendig machen, den Vitamin-B-Bedarf genauer unter die Lupe zunehmen: Chronische Nierenerkrankungen gehören dazu, genauso Leber- und Bauchspeicheldrüsen- Erkrankungen.

B-Vitamine kann man zwar so schnell nicht überdosieren, aber trotzdem solltest Du auch bei B -Vitaminen mit den Mengen nicht übertreiben.

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Die Grundlage für ein glänzendes Fell und gesunde Haut bildet aber immer die Hauptfütterung. Je besser diese zusammengestellt ist, desto besser auch für Haut und Fell.